Moderne Hexen
Moderne Hexen können, müssen aber nicht einer Religion angehören. Die Religionszugehörigkeit zum Beispiel zum Katholikentum, Judentum, Islam, Buddhismus etc. widerspricht nicht einem Hexe-Dasein. Es gibt auch atheistische Hexen, andere wiederum gehören dem Wicca an, welches in Amerika staatlich anerkannte Religion ist. Dennoch bezeichnet auch in der modernen Verwendung der allgemein verwendete Begriff Hexe keine (Hexen-)Religion, sondern eine Lebensphilosophie, die tiefe Naturverbundenheit und den Wunsch ausdrückt, in Harmonie mit den Kreisläufen der Natur zu stehen. Der Hexenzauber meint das gezielte Versenden von Energien, um das natürliche Gleichgewicht wiederherzustellen. Hexerei ist keine Zauberei, sondern ein Handwerk, welches neben naturreligiösem Grundwissen um Hexenrituale, Hexentänze, Hexenfeiertage und auch die Historie der Hexen, Wissen um naturwissenschaftliche Abläufe ebenso wie Kenntnisse in Heilwissen, Astrologie, physikalischen Gesetzmäßigkeiten, Körper- und Energiearbeit u.v.m. voraussetzt.
Hexenkunst
Die eigentliche Bedeutung der Hexenkunst, des Verhexens findet sich in einem der ältesten und heute noch von Hexen verwendetem Symbol: dem Hexagramm. Der griechische Wortstamm hex-, lateinisch sex-, verwandt mit dem ägyptischen sexen symbolisiert die dreifache (Körper, Geist, Seele) Göttin in Umarmung mit dem dreifachen Gott. In diesem Bild kommt zum Ausdruck, dass nur gebündelte und vereinigte Energie, Kraft besitzt. So war es in der vorchristlichen Zeit und in vielen Kulturen durchaus Usus, dass männliche und weibliche Hexe/PriesterIn sich auf allen drei Ebenen - Körper, Geist und Seele - vereinigten, um so, ihre Kraft/ihre Energie zu vereinigen. Auch das chinesische Symbol Yin und Yang transportiert den Kern und das Ziel des Hexenglaubens: ausgeglichenes, gleichberechtigtes, sich harmonisch ergänzendes Zusammentreffen von männlichen und weiblichen Energien. In dieser Vorstellung wird jedes Wesen in seiner Ganzheit respektiert. Ein Glaube, der mit dem Christentum nicht kompatibel war, da selbiges mit dem Sündenfall Frauen als verwerflich und damit nicht dem Manne gleichberechtigt ansahen.
Auf diesem Hintergrund, wie der fälschlichen Annahme, die von den Hexen betriebene Magie sei zu unterscheiden in weiße Magie und schwarze Magie in Form von Schadenszaubern/ bildete ein Vorurteil beladenes Plateau, auf welchem Hexen unterstellt wurde, sie verkehrten das Christentum spiegelbildlich und damit, sie stünden im Bund mit dem Teufel. De facto gibt es im Hexenglauben keinen Teufel. Dieser Tatbestand hätte ein fingiertes Fundament auf dem über Jahrhunderte Menschen gefoltert und eliminiert wurden, aufgelöst.
Männliche Hexen
Auch Männer nennen sich “Hexe”, wenn auch es ihnen freisteht, sich Hexer, Zauberer (in manchen Fällen auch Hexenmeister) zu nennen. Die weibliche und die männliche Gestalt, von mit Wunderkräften begabten menschlichen Wesen, sind allerdings historisch gesehen nicht gleichen Ursprungs und rufen deswegen auch jeweils andere Assoziationen hervor. Das Bild der mit Wunderkräften ausgestatteten Hexe ist überholt und hat nichts mit tatsächlichem Hexe-Dasein zu tun. Wenngleich auch heutzutage in modernen Märchen wie “Charmed” alt bestehende und von der Hexen-Realität abweichende Vorurteile weiterverbreitet werden.
Im nächsten Artikel möchte ich gerne das Bild der Wicca zurecht rücken.
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